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Das Fraktionsgebäude

Blick auf das Fraktionsgebäude.
Blick auf das Fraktionsgebäude.

Der älteste Teil des Thüringer Landtags ist das Fraktionsgebäude: Es entstand zwischen Herbst 1936 und Mai 1939 als Behördenhaus für den preußischen Regierungsbezirk Erfurt. Der junge Architekt Wilhelm Pook (1905 - 1993) gestaltete den Bau nach den damals vorherrschenden Vorstellungen, die durch die Anlehnung an die klassizistische Architektur und Monumentalität gekennzeichnet waren. Dabei wurde die äußere Gestalt des 100 Meter langen kubischen Hausblocks vor allem durch das werksteinverkleidete Sockelgeschoss, die eingezogene Pfeilerhalle mit Vortreppe, das kräftige Kranzgesims und das flache Walmdach bestimmt.

Das Behördenhaus gehörte seinerzeit zu den größeren Staatsbauvorhaben in Preußen und wurde von den Nationalsozialisten propagandistisch vereinnahmt. In den unteren beiden Geschossen des Südflügels zog die Geheime Staatspolizei ein, die übrigen Etagen waren Regierung und Behörden vorbehalten. Nach Auflösung der Länder 1952 bis zum Ende der DDR war das Gebäude Teil des Sitzes des Rates des Bezirkes Erfurt.